Plädoyer für nützliches Webdesign

Zufriedene UserinEs ist ein wiederkehrendes Phänomen: Wenn neue Internetseiten in Auftrag gegeben werden, wissen die Auftraggeber nicht so recht, wonach sie den Erfolg oder Misserfolg des Projekts bewerten sollen. Also gibt am Ende das einfachste verfügbare Kriterium den Ausschlag: Die Website soll (in ihren Augen) hübsch aussehen. Wenn das der Fall ist, sind die Seiten fertig.

Häufig wird die Website erst dann an die eigentlichen Nutzer übergeben, wenn die zuständige Internetagentur ihr Zeit- und Geld-Budget bereits fast ausgeschöpft hat und sie die Änderungsaufträge nur noch grantelnd und lustlos annimmt. Die entscheidenden Nutzer sind aber meist nicht die Geschäftsführer und Marketing-Chefs, sondern zum einen natürlich die Besucher der Website, zum anderen aber auch diejenigen Mitarbeiter, die im Alltag für die Erstellung der Inhalte zuständig sind.

Und an diesem Punkt zeigen sich die Probleme: Die Besucher irren orientierungslos durch eine hübsche, aber dysfunktionale Website, und die Content-Ersteller schlagen die Hände über dem Kopf zusammen, weil sie im Redaktionssystem essenzielle Funktionen vermissen, die sie benötigen, um ihren Job sinnvoll zu erledigen.

Auf dem Smartphone-Bildschirm bleibt von Ornamenten nicht viel übrig

Projekte dieser Art habe ich bereits des Öfteren aus der Nähe erlebt. Daher sprach mir diese Dame neulich aus dem Herzen, als sie dafür plädierte, dass Nutzerfreundlichkeit höher bewertet werden sollte als das Design der Website (im künstlerischen Sinne).

Libby Bawcombe ist Produktdesignerin beim National Public Radio und prognostiziert als Trend für dieses Jahr, dass viele der hübschen Designs sich als nutzlos oder gar kontraproduktiv erweisen werden, weil immer mehr Leute die Seiten auf kleinen Smartphone-Bildschirmen aufrufen – möglicherweise auch noch im gleißenden Sonnenlicht. Dann kommt es nach ihrer Meinung nicht mehr darauf an, ob die Hintergrundfarbe des Textes dem Corporate Design entspricht und der Font besonders originell ist, sondern ob die Inhalte gut zu erkennen (und interessant) sind.

Nutzungsfreundlichkeit und Besucherverhalten gehen vor

Angesichts des Trends zum „responsive Design“ – also zu Webseiten, die sich automatisch an die Größe des Bildschirms beim jeweiligen User anpassen, müssen ohnehin schon Abstriche bei der Schönheitsnote in Kauf genommen werden. Ich schließe mich Frau Bawcombe an: Die verfügbare Zeit aller Beteiligten sollte nicht durch Diskussionen über die Feinheiten des Designs strapaziert werden, wenn die Nutzerfreundlichkeit noch nicht sichergestellt ist. Auch muss sich das Webdesign später aufgrund der gesammelten Erfahrungen und Nutzungsanalysen weiterhin leicht anpassen lassen.

Übrigens: Wer eine neue Website für sein Unternehmen plant und nicht genau weiß, worauf dabei zu achten ist, darf mich gerne ansprechen!

Foto: Hubspot

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