Einstein einfach erklärt

Albert EinsteinViele Unternehmen haben große Schwierigkeiten, ihre technischen Produkte und Dienstleistungen in einfachen Worten zu erklären. Ungleich schwieriger erscheint jedoch in den meisten Fällen die Aufgabe, Albert Einsteins wichtigste Entdeckungen allgemeinverständlich darzustellen. Dass es geht, zeigt der „New Yorker“ in seinem aktuellen Artikel „The Space Doctor’s Big Idea“, der auch mit mittelgutem Schulenglisch leicht zu lesen ist. Obendrein ist der Text unterhaltsam formuliert (sodass man sich wieder einmal fragen muss, warum bei der Gestaltung von Lehrbüchern so viel schiefläuft).

Der Autor des Beitrags, Randall Munroe, gehört allerdings auch zu den Besten, wenn es um die verständliche Darstellung von Wissenschaft geht. Der Physiker, der zeitweise für die NASA gearbeitet hat, lebt mittlerweile hauptsächlich von seinen Comics unter dem Titel „xkcd“. Bekannt ist er aber auch für die Artikelserie „What if?“, in der er absurde, aber wissenschaftlich interessante Fragen detailliert beantwortet (als Buch auch auf deutsch erhältlich).

Wortschatz auf 1000 gebräuchlichste Wörter beschränkt

Für den Artikel im „New Yorker“ hat Munroe sich einer besonderen Herausforderung gestellt: Er erklärt Einsteins Relativitätstheorie mit den 1000 gebräuchlichsten Wörtern der englischen Sprache – weshalb er Satelliten beispielsweise als „space boats“ bezeichnet und Einstein als Person nur umschreibt. Trotz dieser Einschränkungen gelingt es ihm auf brillante Weise, die wichtigsten Forschungsergebnisse des Wissenschaftlers nachvollziehbar darzustellen.

Wer – als kleine Übung – nach gleichem Muster seine Produkte erläutern möchte, findet hier die 1000 gebräuchlichsten deutschen Wörter (Stand 2001). Der Duden vermerkt übrigens, dass die 100 häufigsten Wörter der deutschen Sprache rund die Hälfte aller Texte ausmachen. Mit 2300 Wörtern deckt man schon 75 Prozent aller Texte ab.

Die Möglichkeit zu mehr Kreativität ist gegeben – die deutsche Sprache besteht angeblich aus 5,3 Millionen Wörtern. Dass man aber auch mit einfachen, verständlichen Worten gleichzeitig wissenschaftlich korrekt und kreativ-unterhaltsam sein kann, zeigt Munroe in seinem Text über Einstein. Solange man keinen Literaturpreis gewinnen möchte, ist das der Idealfall.

Foto: Ferdinand Schmutzer – Licensed under Public Domain via Wikimedia Commons.

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