Journalisten sehen Pressekonferenzen oft als Zeitverschwendung

Pressekonferenzen sind aus Sicht der Veranstalter oft eine gute Idee: Sie können viele Journalisten auf einmal bedienen und – wenn sie kreativ sind – ihre Botschaft noch mit einer kleinen Show unterstreichen. Das Prinzip funktioniert gut, wenn das Interesse der Medien am Objekt der Berichterstattung sehr groß ist (Fußball, Promis, Skandale). In den meisten anderen Fällen will es gut überlegt sein, ob man sich als Unternehmen oder Verband eine Pressekonferenz antun möchte, denn häufig sitzen mehr Veranstalter als Journalisten im Raum.

Hauptgrund für das Desinteresse der Medienleute, die unter zunehmendem Arbeitsdruck stehen: Viele von ihnen betrachten Pressekonferenzen als Zeitverschwendung, wie eine Umfrage von Ecco und Newsroom.de bestätigt. Mehr als 75 Prozent der Befragten erklärten, dass Pressekonferenzen für sie in den letzten fünf Jahren an Bedeutung verloren haben oder überhaupt nicht mehr relevant sind. Dagegen legt jetzt ein noch größerer Anteil gesteigerten Wert auf die Websites der Unternehmen, persönliche Kontakte und Vier-Augen-Gespräche.

Bedürfnisse der Redaktionen häufig missachtet

Wer also mit dem Gedanken spielt, eine Pressekonferenz auszurichten, sollte sich zunächst einige Fragen stellen. Zum Beispiel: Gibt es wirklich einen sehr guten Anlass oder steht hinter dem Plan eigentlich nur der diffuse Wunsch, mal wieder in möglichst vielen Zeitungen erwähnt zu werden? Ist dieser Anlass auch aus Sicht der Redaktionen und ihrer Zielgruppen attraktiv? Können im Rahmen der Pressekonferenz Inhalte vermittelt werden, die sich auf anderen Wegen nur schwer oder gar nicht transportieren ließen?

Zu oft werden diese Fragen unzureichend beantwortet. Das verschwendet dann nicht nur die Zeit der möglicherweise trotzdem anwesenden Journalisten, sondern führt auch zu schlechter Laune bei den Veranstaltern.

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