Wissenschaftler profitieren von Social-Media-Technik

Open-Access-Portale könne Raum für zusätzliche Informationen und Kommunikation bieten.Ergebnisse aus Forschungsprojekten finden relativ selten den Weg in die kommerzielle Nutzung. Ein wesentlicher Grund besteht darin, dass viele Unternehmen, die ein Interesse an einer Studie haben könnten, niemals von ihr erfahren.

Ein Teil der Lösung für dieses Problem könnte die verstärkte Nutzung von „Open Access“-Plattformen sein, um Forschungsergebnisse einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Wissenschaftliche Arbeiten werden dabei nicht in teuren Print-Journalen versteckt, die in Universitätsbibliotheken verstauben, sondern im Internet frei zugänglich gemacht. Das „Directory of Open Access Journals“ verzeichnet mittlerweile mehr als 10.000 solcher Open-Access-Journale, die gehobenen Standards gerecht werden. Ein wesentlicher Punkt ist dabei, dass der Peer-Review-Prozess für die Qualitätssicherung gewährleistet ist.

Die größere Reichweite bei der Verbreitung wissenschaftlicher Ergebnisse scheint durch offene Portale tatsächlich gegeben zu sein, wenn bestimmte Regeln befolgt werden – nämlich die gleichen, die für alle Medien in der digitalen Welt gelten: Die Auffindbarkeit und die Weiterempfehlung müssen mit den Methoden aus der Social-Media-Welt unterstützt werden.

Wie dies funktioniert, zeigt eine der größten Open-Acess-Plattformen, Academia.edu. Wer sich dort anmeldet, kann sich über neue Studien in seinem Feld sofort informieren lassen und bestimmten Wissenschaftlern wie bei Facebook oder Twitter „folgen“. Auch das Verbreiten der Studien wird leicht gemacht (Beispiel: die Studie „Robot Friendship“ von der Universität Kopenhagen).

Studien werden 80 Prozent häufiger zitiert

Der Erfolg ist bemerkenswert: Academia.edu hat eine Untersuchung durchgeführt, wonach die dort präsentierten Arbeiten über einen Zeitraum von fünf Jahren insgesamt 80 Prozent öfter zitiert wurden als die Arbeiten, die in den traditionellen akademischen Publikationen erschienen sind. Gegenüber anderen Open-Access-Plattformen liegt Academia.edu immer noch mit 75 Prozent vorne – nach Angaben des Geschäftsführers Richard Price liegt dies an den eingesetzten Social-Media-ähnlichen Funktionen. Obwohl die Untersuchung vom Portal selbst in Auftrag gegeben wurde, scheinen die Ergebnisse glaubwürdig zu sein, da auch diese Daten öffentlich zugänglich sind und von externen Experten verifiziert wurden.

Das Portal will Wissenschaftlern in Zukunft noch weitere Vorteile bieten: Der Peer Review soll schneller ablaufen und es soll die Option geben, Datensätze zu hinterlegen, damit andere Wissenschaftler die Ergebnisse besser nachvollziehen oder für eigene Projekte nutzen können.

Die Vorteile der „Open Science“ setzen sich unterdessen auch bei den Geldgebern für Forschungsaktivitäten immer mehr durch. Sowohl die Bundesregierung als auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützen daher mittlerweile die Veröffentlichung von Ergebnissen auf Open-Access-Portalen.

Foto: U.S. Army RDECOM / Flickr

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