Fast alle Journalisten nutzen Social Media

Fast alle Journalisten nutzen Social MediaWer Journalisten erreichen möchte, sollte Telefon und E-Mail nicht als einzige Optionen betrachten. Fast 98 Prozent der deutschen Redakteure und Reporter sind nach eigenen Angaben mittlerweile auch in sozialen Netzwerken aktiv. Wer auf diesem Wege ihre Aufmerksamkeit erregt, hat möglicherweise sogar bessere Karten als jemand, der sie in einem unpassenden Moment telefonisch aus der Konzentration reißt.

Der internationale Softwareanbieter und PR-Dienstleister Cision hat gemeinsam mit der Canterbury Christ Church University (England) die Nutzung von Social Media wie Twitter, Facebook, YouTube oder Xing durch Journalisten untersucht. Die schlechte Nachricht: Deutsche Medienvertreter landeten im Vergleich mit anderen westlichen Industrienationen auf dem letzten Platz. Die Gute: Es mangelt zwar an eigenen Veröffentlichungen, aber 86 Prozent der Journalisten geben an, soziale Medien für die Recherche zu nutzen. Für Unternehmen und Organisationen, die sich als Quellen anbieten möchten, ist dies das Wichtigste.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

  • Deutsche Journalisten hinken international zwar hinterher, sind der Gesamtbevölkerung jedoch noch deutlich voraus. Während nur 2 Prozent der Journalisten nach eigenen Angaben völlig die Social-Media-Nutzung verweigern, sind es 27 Prozent aller Deutschen.
  • 86 Prozent geben an, Social Media für die Recherche einzusetzen. Unter anderem suchen 42 Prozent nach Stories in Blogs (und ich behaupte, es sind noch mehr, denn nicht jeder merkt es, wenn er sich gerade in einem Blog befindet)
  • 55 Prozent verfolgen Diskussionen über die eigenen Inhalte. Hier liegt also ein Hebel: Wer öfter mal mit hilfreichen, höflich dargebotenen Kommentaren zu den Werken eines Journalisten auffällt, gewinnt wahrscheinlich dessen Aufmerksamkeit und eventuell sein Vertrauen. Das kostet natürlich etwas Zeit und setzt voraus, dass man sich in der Materie auskennt.

Cision und die Canterbury Christ Church University haben für die „Social Journalism Studie 2012/13“ insgesamt 3650 Antworten von Journalisten ausgewertet; in Deutschland haben sich 383 Medienvertreter beteiligt. Inwiefern die Teilnehmer repräsentativ waren oder ob aufgrund der Erhebungsmethode eher Internet-affine Menschen reagierten, ist mir allerdings nicht ganz klar geworden.

Wer sich ein eigenes Bild machen möchte: Hier kann die Studie heruntergeladen werden.

Social Media können die Relevanz eines Themas demonstrieren

Übrigens hatte Cision schon zuvor bei einer Umfrage festgestellt, dass sich Social Media nicht besonders gut für einen „PR Pitch“ eignen, also für die direkte Ansprache eines Journalisten mit einer Story-Idee. Wer spontan etwas loswerden möchte, sollte das tatsächlich in der Regel am besten über traditionelle Kommunikationswege erledigen.

Wer sich aber die Muße gönnt, über einen längeren Zeitraum durch wertvolle Beiträge in sozialen Netzwerken auf sich aufmerksam zu machen, kann deutlich erfolgreicher sein. Denn wenn ein Journalist sieht, dass andere Social-Media-Nutzer auf die Beiträge anspringen, ist das der nötige „Social Proof“, um das Thema auch im eigenen Medium aufzugreifen.

Foto: temis

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Trackbacks/Pingbacks

  1. Social Journalism Studie in den News - Cision Germany - 5. Juni 2013

    […] Artikel auf http://www.k-ms.de/:Fast alle Journalisten nutzen Social Media […]

  2. Michael Firnkes neues Buch “SEO & Social Media”: fukaiko hat’s gelesen – Der fukaiko-Blog. - 14. August 2013

    […] Blog tatsächlich zur „Marketingwaffe“ werden. Und die Inhalte gehen auf Reisen ins www: “Fast alle Journalisten nutzen Social Media” (siehe http://www.k-ms.de // Axel […]

  3. BionadeTube? | Externe Online-PR - 28. August 2013

    […] Axel (2013): Fast alle Journalisten nutzen Social Media. 24. Januar 2013. URL: http://www.k-ms.de/2013/01/journalisten-nutzen-social-media/ (Aufgerufen am 24. August […]

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