Zeitungskrise als Chance für Unternehmen

Zeitungskrise als Chance für UnternehmenEs ist eigentlich paradox: Wir leben mitten in der blühenden Informationsgesellschaft, aber die Zeitungsverlage finden keine Geschäftsmodelle mehr, um ihre Publikationen ohne externe Hilfe am Leben zu halten. Mit der Frankfurter Rundschau, der Financial Times Deutschland und der dapd stehen zwei große Zeitungen und eine Nachrichtenagentur unmittelbar vor der Schließung. Und das ist erst der Anfang. 

Diese Krise hat vielfältige Gründe, aber an einem mangelt es mit Sicherheit nicht: der Nachfrage nach relevanten, professionell aufbereiteten Informationen. Auf den ersten Blick könnte man zwar zu einem anderen Eindruck gelangen, wenn man sich das Fernsehprogramm von ARD bis RTL ansieht oder eben die Auflagenentwicklung gehaltvoller Print-Publikationen. Diese Medien haben jedoch alle das gleiche Problem: Sie wollen oder müssen immer möglichst viele Menschen gleichzeitig erreichen, um rentabel zu sein. Informationen sind aber eine sehr individuelle Angelegenheit: Was für den einen wichtig und interessant ist, erscheint drei anderen langweilig und hat nichts mit ihrer Lebenswelt zu tun. Daher ist es für die Massenmedien wesentlich einfacher, auf Unterhaltung zu setzen, wenn sie die Wahl haben.

Nachfrage nach Informationen wächst

So entsteht jedoch ein Informationsvakuum, das gefüllt werden will. Gerade angesichts der rapide wachsenden Anforderungen im Beruf und im sonstigen Leben steigt der Bedarf an Orientierungsmöglichkeiten aus seriösen Quellen. Es hat ja einen Grund, dass Google so erfolgreich ist: Hier muss man nicht warten, bis eine Zeitung die Informationen serviert, die man vielleicht gerne hätte, sondern man läuft los und holt sich, was man braucht.

Genau darin liegt eine Riesenchance für Unternehmen: Jeder – egal wie groß oder klein – kann inzwischen mit überschaubaren Mitteln zu einer wertvollen Informationsquelle in seiner Branche oder seiner Nische werden. Dazu muss „nur“ ein Teil des ohnehin vorhandenen Wissens im Unternehmen attraktiv aufbereitet und zugänglich gemacht werden.

Inhalte im Unternehmen schon vorhanden

Gegenüber klassischen Medien sind solche Unternehmenspublikationen massiv im Vorteil:

  • Das Fachwissen ist bereits im Unternehmen vorhanden, in der Zeitungsredaktion nicht.
  • Die Zielgruppe ist (hoffentlich) wesentlich schärfer definiert als die einer Tageszeitung und kann somit gezielter angesprochen werden. Falls nicht, wird sie eben in Segmente unterteilt. In internetbasierten Publikationen ist das weniger aufwändig als im Printbereich.
  • Normale Unternehmen müssen sich nicht durch Anzeigen und Abonnements finanzieren. Stattdessen sind sie praktisch der Anzeigenkunde und Chefredakteur in Personalunion. Das ist ein luxuriöser Zustand – aber nur, wenn das Redaktionsteam trotzdem maximale Freiheit genießt. Ansonsten wird die Publikation meist schrecklich langweilig und entfaltet wenig Wirkung.

Vielfältige Vorteile

Ein Unternehmen, das sich als Informationsquelle profiliert, steigert seinen Bekanntheitsgrad, gewinnt neue Interessenten, verbessert sein Image und kann all dies schließlich in höhere Umsätze ummünzen. Die Voraussetzung ist, dass interessante Informationen identifiziert, aufbereitet und an den richtigen Stellen gestreut werden („Content Marketing“) – angefangen mit der eigenen Website über Newsletter, Social-Media-Kanäle und klassische Pressearbeit.

Kleine Inspiration: Einblicke in die erfolgreiche Social-Media- und Content-Marketing-Strategie von Ford gibt es hier.

Foto: Mike Bailey-Gates

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