Sascha Lobo:

Posted By on 3. Mai 2012
Rubrik: Trends

Man kann es nicht oft genug sagen: Blogs sind zurzeit das attraktivste aller verfügbaren Kommunikationsmittel. Äußerst wirksam, leicht zu bedienen und sehr flexibel einsetzbar.

Sehr erfreulich finde ich daher, dass auch Sascha Lobo massiv die Werbetrommel für das Bloggen rührt. Nachdem er kürzlich bereits auf Spiegel Online die Vorzüge der Weblogs anpries, ging er gestern Abend bei der Nerd-Konferenz “re:publica” in Berlin noch einen Schritt weiter: “Macht 2012 zum Jahr des Blogs!”, forderte er das Publikum auf.

Dein Blog gehört Dir

Lobos wichtigstes Argument ist, dass Blogs einem selbst gehören – im Gegensatz beispielsweise zu Facebookseiten oder Twitter-Accounts. Bei diesen Social-Media-Plattformen sind die Nutzer immer von den Betreibern abhängig – und die können von heute auf morgen die Geschäftsbedingungen auf inakzeptable Weise ändern oder ganz vom Erdboden verschwinden.

Herkömmliche, eher statisch angelegte Webseiten sind natürlich auch weitgehend unabhängig von externen Einflüssen. Allerdings bieten sie nicht die interaktiven Möglichkeiten und die zahlreichen weiteren Vorteile von Blogs.

Wird Twitter an Apple verkauft?

Lobo hatte bei seinem re:publica-Vortrag auch Prognosen für verschiedene Social-Media-Plattformen parat:

  • Twitter sieht er zurzeit auf einem absteigenden Ast, weil der Dienst seine wichtigste Klientel nicht mehr glücklich macht: die Nerds. Stattdessen drohe der Verkauf an Apple und damit die Versenkung in der unfreien Welt der abgeriegelten Apple-Plattformen.
  • Facebooks Zukunft sieht Lobo in Abhängigkeit davon, ob das Unternehmen es nach dem Börsengang schafft, die riesige Marktmacht endlich in adäquate Einnahmen umzusetzen. Ansonsten drohe der baldige Flop an der Börse und dann das Abdriften in die Bedeutungslosigkeit.
  • Pinterest findet Lobo trotz des Hypes überflüssig.
  • Google+ attackierte er besonders, obwohl er selbst zu den meistgefolgten deutschen Nutzern dieser Plattform zählt. Er sei jedoch schwer enttäuscht von dem Netzwerk, nachdem er ursprünglich viel davon gehalten hatte. Durch diverse strategische Fehler habe Google viele Leute verschreckt, sodass die Plattform sich nicht mit Leben fülle.
  • Positiv bewertet er dagegen die Entwicklung von YouTube als Kommunikationsplattform abseits der Katzenvideos. Dort gebe es eine wachsende Schar aktiver junger Leute, die eigene Kanäle betreiben und sich darüber austauschen. Lobo meint, man solle YouTube auf jeden Fall im Blick behalten.

Für ein freies Internet einsetzen

Nicht zuletzt hatte Sascha Lobo bei der re:publica auch einige politische Botschaften im Gepäck. Vielleicht die wichtigste: Um dringende Anliegen der “Internet People” wie die Netzneutralität und Urheberrecht auf europäischer Ebene dauerhaft zu etablieren, dürften diese Themen nicht nur im Web diskutiert werden, sondern müssten auch auf die Straße und in die traditionellen Medien gebracht werden. Denn am Ende seien Mehrheiten nur mit Leuten zu schaffen, die sich nicht so intensiv im Internet bewegen.

Diese seien zunächst eher geneigt, sich den Argumenten von Lobbyisten der großen Konzerne anzuschließen, weil sie es schlicht nicht besser wissen. Die nächste große Herausforderung der “Netzgemeinde” bestehe daher in der Einbindung dieser Bevölkerungsgruppen.

Foto: re:publica


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Kommentare

Ein Kommentar zu “Sascha Lobo:”

  1. [...] Publikum richtete. Seine sonstigen Prognosen zu Social-Media-Plattformen in dem Vortrag sind u.a. hier zusammengefasst. (Den Vortrag selbst gibt’s bei Youtube. Ich habe ihn bisher nicht [...]

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