6 Gründe, warum Mitarbeiter bloggen sollten

Mitarbeiter sollten bloggen.Blogs setzen sich nun auch in Deutschland als relevantes Kommunikationsinstrument durch. Sehr spät, sehr langsam, aber immerhin. Dieser Trend hat viele Gründe, aber drei davon sind vielleicht besonders wichtig:

Erstens: Wer es versucht hat, stellt fest, dass Blogs wesentlich mehr Besucher anziehen als steife, herkömmliche Websites. Diese Erkenntnis verdrängt ganz langsam die Vorurteile.

Zweitens: Das Misstrauen gegenüber sozialen Netzwerken wie Facebook bleibt groß – teilweise aus berechtigten Gründen. Ein eigenes Blog ermöglicht Unternehmen, mit ihren Kunden ins Gespräch kommen, ohne sich von Mark Zuckerberg und Konsorten abhängig zu machen.

Und drittens hat sicher auch der Erfolg der Piraten in den letzten zwölf Monaten dazu beigetragen, dass die Bedeutung der Internetkommunikation in der öffentlichen Wahrnehmung gestiegen ist.

Lieber verstecken

Da Deutschland noch immer ein Blogging-Entwicklungsland ist, lohnt es sich weiterhin, von den Erfahrungen der Pioniere zu lernen. Gerade ist mir noch mal ein Artikel von Robert Scoble aus dem Jahr 2004 in die Finger gekommen, der jetzt so relevant ist wie damals. Titel „Are you afraid to blog?“ Der damalige Microsoft-Mitarbeiter beklagt darin die Angst vieler Angestellten zu bloggen – sie befürchten, bei einem falschen Wort gefeuert zu werden.

Diese Sorge ist in vielen Firmen wahrscheinlich nicht ganz unbegründet, denn unser Verständnis von Unternehmenskommunikation ist in der 60-jährigen Ära der Massen- und Einbahnstraßenkommunikation geprägt worden. In dieser Zeit war es relativ leicht, alle Informationen zu filtern, die aus einer Firma nach außen drangen. In vielen Unternehmen ging es kaum anders zu als in Nordkorea.

Robert Scoble fand diese Angst jedoch schon 2004 „verstörend“. Er nannte daher sechs Gründe, warum Unternehmen ihre Mitarbeiter bloggen lassen sollten:

1. Niemand vertraut Unternehmen

Besonders den großen nicht. Daher ist es sinnvoll, einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren und zu kommunizieren wie normale Menschen, nicht wie Kim Jong-il. Microsofts „Channel 9“ ist deshalb sehr erfolgreich und lebt auch nach acht Jahren noch.

2. Niemand spricht gerne mit einem Unternehmen

Wenn man eine Pressemitteilung liest, in der um Feedback gebeten wird, antwortet man nicht. Bei Mail-Adressen wie info@… oder kontakt@… erwartet man sowieso nicht, dass sich jemand ernsthaft mit dem vorgebrachten Anliegen beschäftigt. Ganz anders ist es, wenn man es mit persönlich erkennbaren Mitarbeitern des Unternehmens zu tun hat.

3. Märkte sind Gespräche

Wer das legendäre „Cluetrain-Manifest“ noch nicht gelesen hat, sollte das zügig nachholen: www.cluetrain.com/auf-deutsch.html

4. Was ist glaubwürdiger?

Die Pressemitteilung eines Unternehmens oder der persönliche Bericht von Mitarbeitern, die ein bestimmtes Produkt entwickelt haben und mit ihrem Namen dafür stehen?

5. Blogs schaffen Fans

Kunden werden Multiplikatoren, wenn sie in das Unternehmen eingebunden werden, beispielsweise durch die Möglichkeit, Feedback zu geben und die Weiterentwicklung von Produkten zu beeinflussen.

6. Blog-Beiträge führen oft zu einer deutlich höheren Resonanz als Beiträge in klassischen Medien

Vermutlich weil Zeitungsleser und Fernsehzuschauer gewohnt sind, passiv zu konsumieren.

Es gibt viele weitere Gründe dafür, warum Unternehmen Blogs brauchen – egal, von wem sie gefüllt werden. Die eigenen Mitarbeiter (ggf. mit professioneller, sanfter Formulierungshilfe) sind jedoch die besten Autoren, denn sie verfügen über das nötige Fachwissen. Angst vor Repressalien sollte kein Angestellter dabei haben müssen. Klare Social-Media-Verhaltensregeln genügen vollkommen.

Abbildung: Mike Licht, nationscapital.com

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