Google+ für kleine Unternehmen besser als Facebook

Google Plus für kleine Unternehmen besser als FacebookEs hat lange gedauert, bis sich Unternehmen trauten, die Social-Media-Welt für sich zu erschließen. Als sie es schließlich taten, war Facebook gerade das ganz heiße Ding, und alle strebten auf diese Plattform. Noch immer ist Facebook das Netzwerk, das mit Abstand die meisten Nutzer aufweist. Aber ist es dadurch automatisch die beste Social-Media-Plattform für Unternehmen?

Zwei Experten, die mit ihrem Gespür für soziale Netzwerke erfolgreiche Unternehmen aufgebaut haben, halten Google+ für die bessere Alternative.

Der Risikokapitalgeber Guy Kawasaki und der Unternehmensberater Chris Brogan erklärten kürzlich bei der BlogWorld Expo in Los Angeles, warum sie ihre knappen zeitlichen Ressourcen auf das neue Netzwerk setzen, obwohl die ursprüngliche Euphorie der Internetszene inzwischen einem deutlich hörbaren Murren gewichen ist.

Erfolg von Twitter vorhergesagt

Brogan und Kawasaki verwiesen darauf, dass sie – unabhängig voneinander – bereits im Jahr 2006 zu den ersten Twitter-Nutzern zählten. „Damals sagten alle, Twitter sei bescheuert – und das war es zu dem Zeitpunkt auch“, erzählte Brogan. In den folgenden Jahren sei Twitter dann enorm gewachsen und zum anerkannten Marketing-Instrument geworden. „Jetzt, im Jahr 2011, sagen wir beide, dass Google Plus eine große Sache wird, und wieder sagen alle ‚Nein, das ist bescheuert‘. Haben wir nicht schon einmal bewiesen, dass wir mit unserer Einschätzung richtig liegen?“

Sie selbst gehen mit gutem Beispiel voran: Brogan wurde bei Google+ bereits von 64.000 Personen in deren „Kreise“ aufgenommen, Kawasaki gar von 350.000. Letzterer verbringt täglich zwei bis drei Stunden bei Google+, um so viele Kontakte zu knüpfen wie möglich. „In zwei Jahren, wenn Google Plus wirklich groß ist, wird es wesentlich schwerer sein, eine Führungsrolle zu übernehmen“, erklärte er. Zurzeit sei das Territorium noch nicht besetzt, „und ich möchte so viel Land ergreifen wie ich kann“.

8 Gründe, warum Google+ mehr Zukunft hat

Aber warum soll man sich nun schon wieder an ein neues soziales Netzwerk gewöhnen, wenn Facebook zehnmal so viele Nutzer hat? Brogan und Kawasaki nennen folgende Gründe:

  • „Facebook ist am besten für Freunde und Familie“, meint Guy Kawasaki. „Bei Google Plus knüpft man dagegen besser neue Kontakte mit Menschen, die die gleichen Interessen haben.“ Hintergrund: Google+ ermöglicht die Suche nach Stichworten und das Lesen (und kommentieren) der Beiträge fremder Personen, ohne dass diese den Leser als „Freund“ bestätigen. Angezeigt werden dann nur die Beiträge, die öffentlich freigegeben wurden. Facebook hat kürzlich mit der „Abonnement“-Funktion nachgezogen, die aber erst manuell freigeschaltet werden muss, was kaum jemand tut.
  • Weniges von dem, was bei Facebook veröffentlicht wird, taucht in den Suchmaschinen auf. Das ist bei Google+ natürlich ganz anders: Wer gefunden werden möchte und seine Inhalte freigibt, landet z.B. mit seinem Google+-Profil sehr weit oben in den Suchergebnissen.
  • Dadurch, dass sich fast das ganze private Geklüngel bei Facebook abspielt, sind die Kommentare bei Google+ laut Kawasaki wesentlich intelligenter und die Teilnehmer an Diskussionen zeigen sich engagierter.
  • Facebook zeigt nicht jedem „Freund“ alle Mitteilungen an, sondern filtert vieles heraus. Es kann also sein, dass nur einer von zehn Freunden eine bestimmte Mitteilung überhaupt gezeigt bekommt. „Wenn ich mir die Mühe mache, einen Beitrag zu verfassen, möchte ich auch mit Sicherheit wissen, dass meine Kontakte ihn sehen können“, so Kawasaki.
  • Die „Kreise“, in denen Kontakte gruppiert werden können, um sie gezielt mit passenden Beiträgen zu erreichen, lassen sich bequemer verwalten als die vergleichbaren „Listen“ bei Facebook.
  • Die Videokonferenz-Funktion – die sogenannten „Hangouts“ – ist (noch) einzigartig und kann für die Kommunikation mit Kunden eingesetzt werden. Zu den regelmäßigen Nutzern soll u.a. Michael Dell, der Chef des gleichnamigen Computerherstellers, zählen. Auch Google-Gründer Sergey Brin soll schon in einem öffentlichen Hangout aufgetaucht sein.
  • Google hat viele verwandte Produkte wie Google Mail und Google Search, mit denen Google+ verknüpft werden kann. Daher ist davon auszugehen, dass der Dienst in den kommenden Jahren immer weiter ausgebaut wird.
  • Chris Brogan meint außerdem, dass Google sich grundsätzlich mehr um die Bedürfnisse von Unternehmen kümmert als Facebook.

Die engagiertesten Nutzer sind bei Google+

Der wichtigste Faktor ist die einfache Möglichkeit, neue Menschen mit gleichen Interessen kennenzulernen. „Wenn man z.B. Fotografen sucht, dann sind auf Facebook zwar vermeintlich alle vertreten“, so Kawasaki. „Aber bei Google Plus finden Sie 200 der engagiertesten Fotografen.“ Er selbst sei Eishockey-Fan und habe bei Google+ eine Community aufgebaut, die er bei Facebook so nicht gefunden hätte.

Dieser Umstand ist nicht trivial. Brogan dazu: „Wenn Sie jemandem etwas verkaufen wollen – eine Idee, ein Hobby oder den blöden PR-Artikel, den keiner lesen will – dann machen Sie es, indem Sie herausfinden, dass er ein Eishockey-Fan ist. Unterhalten Sie sich erst mit ihm über die San Jose Sharks und lernen Sie sich kennen. Der Verkauf kommt später.“ Google+ sei diesbezüglich wie ein Instrument zum Gedankenlesen.

Sind Sie startklar? Tipps für die ersten Schritte bei Google Plus bekommen Sie hier.

Oder noch nicht ganz überzeugt? Dann erwärmt vielleicht diese Google+-Liebesgeschichte Ihr Herz…:

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