Business Blogs in der Gesundheitswirtschaft

Business Blog Gesundheitswirtschaft Eli Lilly

Corporate Blog von Eli Lilly

Die Führungskräfte vieler Unternehmen glauben, dass sich Business Blogs und Social Media nicht für die Branche eignen, in der sie sich bewegen. Dahinter steht meist die Sorge, unseriös zu wirken oder in den Kommentarspalten von Querulanten bloßgestellt zu werden. Insbesondere in den Branchen wie Gesundheitswirtschaft und Finanzdienstleistungen bestehen diese Vorbehalte.

Ein gelungenes Beispiel für ein gutes Business Blog in der Gesundheitswirtschaft – und die Verknüpfung mit Twitter – liefert das amerikanische Pharma-Unternehmen Eli Lilly. Das Unternehmen beschäftigt 35.000 Mitarbeiter in mehr als 50 Ländern. Im Blog „Lillypad“ schreiben allerdings nur drei Mitarbeiter, die wöchentlich insgesamt drei bis fünf Artikel erstellen. Diese Menge ist auch für kleine Unternehmen mit wenigen Mitarbeitern gut leistbar.

Jeder dritte Besucher kommt wieder

Eli Lilly stand – wie viele Unternehmen in den genannten Branchen – vor dem Problem, dass über einige wichtige Themen nicht geschrieben werden darf oder sollte, weil sie zu brisant oder schlicht illegal sind. Dazu gehören beispielsweise Informationen über die Medikamente des Unternehmens oder über Patienten, wie Ragan.com berichtet.

Stattdessen wurden vier Themenbereiche aufgegriffen, die relativ unproblematisch, aber trotzdem für viele Leser interessant sind: Gesundheitspolitik, Brancheninteressen, Corporate Responsibility und „Life at Lilly“ – also beispielsweise Artikel über Menschen, die bei Eli Lilly arbeiten.

Der Mix funktioniert: Seit dem Start vor zehn Monaten haben immerhin 31.000 Besucher den Weg ins Blog gefunden. Ungefähr jeder Dritte ist wiedergekommen – eine gute Quote. Parallel dazu hat Eli Lilly einen Twitter Account aufgebaut, auf dem rund dreimal am Tag kleine Infos aus den genannten Themenbereichen verbreitet werden. Zurzeit hat der Account rund 4500 „Follower“. Darunter befinden sich laut Ragan.com auch Politiker, Verwaltungsmitarbeiter, Medienvertreter und „Stakeholder“ aus dem Umfeld des Unternehmenssitzes.

Ausbau zum Vertriebsinstrument möglich

Um unerwünschte Kommentare zu vermeiden, die Eli Lilly in Schwierigkeiten bringen könnten, stehen vor jeder Kommentarspalte konkrete Nutzungshinweise. Dies reduziert sicher die Zahl der Kommentare, verdeutlicht aber den Besuchern, dass sie sich aus gutem Grund nicht alles erlauben können.

Für ein Pharma-Unternehmen wie Eli Lilly ist ein solches Firmenblog eine reine Public-Relations-Maßnahme. Es erhöht den Bekanntheitsgrad und vermittelt das gewünschte Image. Viele andere Unternehmen könnten den Nutzen aber noch erweitern und ihr Corporate Blog gezielt zur Kundengewinnung einsetzen.

Dafür werden die Besucherströme, die über das Blog und die Social-Media-Kanäle wie Twitter kommen, gezielt zu zusätzlichen Informationsangeboten wie Whitepapern oder E-Mail-Newslettern weitergeleitet. Dort trägt sich ein Prozentsatz von ihnen ein – und schon haben Marketing und Vertrieb neue Kontakte, die sie sanft mit nützlichen Informationen (kein Spam!) füttern können, bis die Interessenten in Kauflaune sind. Der Prozess lässt sich sogar in gewissem Maße automatisieren.

Wer also bis jetzt glaubte, ein Blog sei nichts für das eigene Unternehmen, sollte einen Blick auf das Lillypad werfen. Nachahmung empfohlen.

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