So finden Sie Themen für Ihr Business Blog

Business Blogs (auch Firmenblogs oder Corporate Blogs genannt) sind zurzeit eines der wirkungsvollsten Marketing-Instrumente, die kleinen und mittleren Unternehmen zur Verfügung stehen. Dennoch trauen sich viele deutsche Firmen noch nicht an diesen multifunktionalen Kommunikationskanal heran.

Als Hinderungsgründe nennen Geschäftsführer und Marketingverantwortliche häufig folgende beiden Hürden:

1. Wir haben keine Zeit
2. Wir haben nichts, worüber wir regelmäßig berichten können

Das erste Argument lässt sich sehr schnell entkräften: Jedes Unternehmen muss Zeit ins Marketing investieren und Blogs bieten ein sehr gutes Zeit-/Nutzenverhältnis. Die Kosten können sogar fast auf Null gehalten werden, abgesehen von der eingesetzten Arbeitszeit.

Bleibt das zweite Argument: „Worüber sollen wir denn schreiben?“

Nützliche Tipps oder Meinungsführerschaft

Vorweg: Sie müssen nicht schreiben, wenn Sie nicht möchten. Sie können auch sprechen, wenn Ihnen das mehr liegt. Video-Blogs befinden sich auf dem Vormarsch.

Egal, ob Sie Artikel schreiben oder Videos drehen – Sie benötigen natürlich Themen, die für Ihre Zielgruppen interessant sind. Dazu müssen Sie erst einmal möglichst genau definieren, wen Sie mit dem Blog erreichen möchten. Setzen Sie dabei im Kopf keine Schere an: Die 60-jährigen Unternehmenslenker kennen Google inzwischen genauso gut wie die 20-jährigen Studenten. Damit sind sie eine ebenso legitime Zielgruppen für Ihr Blog.

Die zweite Überlegung ist, ob Sie Ihr Blog inhaltlich speziell ausrichten wollen. Es kann sich beispielsweise komplett mit Service-Themen befassen, also als Ratgeber dienen. Es kann auch eine Art „Thought Leadership“ anstreben, um Sie als Meinungsführer in der Branche zu etablieren.

Suchbegriffe definieren und den Markt beobachten

Viele Business Blogs bieten wiederum eine bunte Mischung an, die praktische Tipps mit hintergründigen Kommentaren und lockeren Einblicken in die menschliche Seite des Unternehmens verbinden. Dies ist in der Regel für kleine Unternehmen anzustreben, weil es gleich mehrere Zwecke auf einmal erfüllt und auch am leichtesten zu bedienen ist.

Als nächstes sollten Sie eine Liste von Suchbegriffen anlegen, nach denen Sie gefunden werden möchten, und diese nach Priorität ordnen. An diesen Suchbegriffen werden sich Ihre Themen orientieren.

Vielleicht der wichtigste Schritt bei der Suche nach Themen ist es, andere Blogs und Nachrichtenportale zu identifizieren, die sich mit der Branche beschäftigen. Dort sollte man regelmäßig vorbeischauen und einige viel versprechende Newsletter abonnieren, um regelmäßig mit Informationen und Ideen gefüttert zu werden.

12 Startpunkte für die Themensuche

Was sind also – neben Kommentaren zu aktuellen Meldungen aus der Branche – weitere gute Themen?

  • Sie verfügen über viel spezielles Know-how. Welche Fragen werden Ihnen immer wieder gestellt? Was müssen oder wollen Sie Ihren Kunden immer wieder erklären? Schreiben Sie es auf.
  • Welche Praxistipps können Sie noch geben? Verweisen Sie auch auf andere Anbieter von guten Informationen, die Ihren Lesern helfen können.
  • Haben Sie einen interessanten Artikel gelesen? Fassen Sie ihn zusammen, kommentieren Sie ihn mit Ihren eigenen Gedanken zum Thema an und verlinken Sie zum Originaltext, falls er im Internet verfügbar ist.
  • Welche Trends sehen Sie auf Ihre Branche bzw. Ihre Kunden zukommen? Worauf müssen die sich einstellen?
  • Sammeln Sie Informationen zu einem bestimmten Thema und bieten Sie eine Art Wegweiser und/oder eine Zusammenfassung an.
  • Erzählen Sie aus der Praxis. Geben Sie Beispiele für gelungene oder fehlgeschlagene Projekte, aus denen die Leser lernen können.
  • Wenn Sie Pressemitteilungen schreiben, bereiten Sie das jeweilige Thema noch einmal in lockerer Form für Ihr Blog auf.
  • Vermelden Sie Bemerkenswertes aus dem Unternehmen, z.B. interessante Aufträge oder neue Büros, und stellen Sie neue Mitarbeiter vor.
  • Veröffentlichen Sie kommentierte Linklisten zu interessanten Informationsquellen.
  • Erinnern Sie Ihre Leser an wichtige Termine, z.B. bei neuen gesetzlichen Vorschriften.
  • Schreiben Sie über die größten Fehler, die Ihre Leser vermeiden sollten.
  • Stellen Sie Ihre Geschäftspartner vor – oder lassen Sie die gleich selbst Gastbeiträge über ihre jeweiligen Know-how-Bereiche schreiben.

Was Sie unbedingt vermeiden sollten

Ein Blog ist nicht der Platz für alberne Werbeprosa und schamlose Selbstbeweihräucherung. Eigentlich ist nirgendwo ein guter Platz dafür, aber wenn Sie in Ihren Anzeigen und Prospekten nicht darauf verzichten möchten, dann halten Sie es trotzdem unbedingt aus dem Blog fern. Sonst wird es Ihnen im Internet um die Ohren gehauen.

Unverzichtbar: der Themenplan

Viele Blogs sind schon gestorben, weil a) sich niemand richtig verantwortlich fühlte oder b) kein fester Rhythmus festgelegt wurde. Beides sollte in einem regelmäßig aktualisierten Themenplan festgelegt werden.

Dieser sollte natürlich in erster Linie auch Themen enthalten. Es ist immer sinnvoll, mindestens zehn Themen und einige zeitlose fertige Artikel vorrätig zu haben, falls mal eine Durststrecke überbrückt werden muss.

Jetzt loslegen

Ein Business Blog zu betreiben ist nicht schwer, nur mit etwas Arbeit verbunden. Die kann aber auch sehr viel Spaß machen, wenn man sich für die Themen interessiert, über die man schreibt (ansonsten wäre es ohnehin überlegenswert, den Beruf zu wechseln). Und wer jetzt zügig einsteigt, ist noch vorne dabei.

Weitere Artikel zum Thema:

8 Gründe, warum Mittelständler ein Firmenblog brauchen
Wie Sie das Beste aus Ihrem Firmenblog herausholen
Beispiele für gute Firmenblogs
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3 Responses to So finden Sie Themen für Ihr Business Blog

  1. Yvonne Schneider 3. Dezember 2010 at 13:44 #

    Vielen Dank für die hilfreichen Tipps! Ein wirklich gelungener Artikel, der mir einige Impulse gegeben hat, z.B. nochmal entsprechende Newsletter zu unseren Themen zu abonnieren.

  2. Axel Kölling 3. Dezember 2010 at 13:56 #

    Danke fürs Feedback, freut mich!

  3. DDraum 12. Juli 2017 at 15:51 #

    Schöner Beitrag! Für nichts von alledem braucht man mittlerweile Programmierkenntnisse. Viele Webhosting Anbieter bieten mittlerweile Tools an, mit welchem das Erstellen der eigenen Website ein Kinderspiel ist. Man brauch doch noch Hilfe bei VDR. Bei meiner Firma kann man nützliche Information finden. Ich freue mich auf weitere Beiträge!

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