Online-Videos verändern Public Relations

Während sich die Öffentlichkeit in Deutschland am liebsten mit den realen oder imaginären Gefahren des Internet beschäftigt, liegt der Fokus in vielen anderen Teilen der Welt deutlich stärker auf der Nutzung der Chancen: Das Medium beschleunigt die Verbreitung von Ideen, Wissen und Kontakten auf exponentielle Weise.

Welche Rolle Online-Videos dabei spielen, hat der Journalist Chris Anderson in einem eindrucksvollen „TED Talk“ beschrieben. Es lohnt sich, die kompletten 19 Minuten anzusehen:

Anderson demonstriert darin, wie Innovationen und Fähigkeiten durch Videos vorangetrieben werden – alleine dadurch, dass sich Menschen weltweit vernetzen und voneinander lernen. Als Beispiel zeigt er eine globale Tanz-Bewegung, in der sich Teilnehmer gegenseitig zu neuen Höchstleistungen antreiben.

Ein weiteres Beispiel kommt aus der Wissenschaft: Statt einen Versuchsaufbau langwierig in Worten zu beschreiben, kann er per Video einfach gezeigt werden. Dies spart enorm viel Zeit bei der Evaluierung von Forschungsergebnissen und bei der Nutzung der Erkenntnisse für weitere Untersuchungen.

Spannend ist auch Andersons Erklärung für den Erfolg von Online-Videos. Demnach sind Menschen durch die Evolution auf verbale Kommunikation mit Sichtkontakt (also inklusive Gestik) eingestellt. Die Schrift kam im Laufe der Zeit dazu und wurde erst in den letzten 500 Jahren zum Massenphänomen.

Kosten dramatisch gesunken

Schrift hatte in den vergangenen 100 Jahren einen großen Vorteil: Man konnte sie vergleichsweise kostengünstig in beliebig großen Mengen verbreiten. Dieser Vorteil ist durch die gewachsenen Bandbreiten des Internet nun jedoch entfallen. Schon mit einer einfachen Kamera lässt sich ein ordentliches Video drehen und bei YouTube kostenlos an Massen von Menschen verbreiten.

Für Unternehmen und ihre Öffentlichkeitsarbeit bedeutet das: Die Verwendung schriftlicher Kommunikation wird immer stärker auf Bereiche reduziert werden, in denen sie eindeutige Vorteile hat. Viele Dinge lassen sich schriftlich wesentlich schneller vermitteln als im Video (besonders mit dem Text 2.0). Auch wird das traditionelle Buch nicht aussterben. Aber die Zeit, die wir mit Lesen verbringen, wird weiter abnehmen.

Die Nutzung von Videos in Public Relations wird schon bald Standard sein. Wer sich noch nicht damit beschäftigt hat, sollte es zügig tun. Die Chancen sind gerade in der jetzigen Phase noch immens. (Zwei schöne Beispiele für interaktive Unternehmensvideos gibt es auch hier)

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