Firmenblog bringt Website fast 300 Prozent mehr Besucher

Die Frage, warum Werbeagenturen keine Werbung schalten, steht schon sehr lange im Raum. Man muss annehmen, dass sie von der Wirkung ihrer äußerst teuren Dienstleistungen selbst nicht überzeugt sind.

Anders ist es bei Firmenblogs. Jede ernstzunehmende Public-Relations-Agentur, die einen Schwerpunkt auf Internet-Marketing legt, betreibt mittlerweile ein Blog. Das hat seinen Grund: Wer im Web zu bestimmten Suchbegriffen besser aufgefunden werden möchte, ohne ein Vermögen für Google Adwords auszugeben, setzt am besten auf ein Firmenblog (auch Business Blog oder Corporate Blog genannt).

Viele kleinere Unternehmen scheuen vor der Einführung eines Blogs zurück, weil es Neuland ist und niemand im Hause genau weiß, wie man es anpackt. (Größere Unternehmen haben häufig Angst vor Blogs, weil dieses Medium lebt. Es kann nicht so strikt kontrolliert – und oftmals stranguliert – werden wie Broschüren oder Kundenmagazine.)

Einen Einblick in die erfolgreiche Umsetzung eines Firmenblogs hat jetzt das Venture-Capital-Unternehmen Openview aus Boston gegeben. Im Blog des Content Marketing Institute erläutert Marketing-Mitarbeiterin Amanda Maksymiw, wie die Zahl der Website-Besucher von 600 auf 2200 pro Woche gesteigert wurde.

Sie nennt sieben wichtige „Lehren“ für die Einführung eines erfolgreichen Firmenblog:

1. Starker Rückhalt von der Unternehmensleitung

Bei Openview sind alle Mitarbeiter verpflichtet, Blog-Beiträge zu schreiben. Am Anfang war nicht jeder davon begeistert. Weil der Chef aber selbst zeigt, dass das Blog ein sehr wichtiges PR-Instrument des Unternehmens ist, ziehen alle mittlerweile gut mit.

2. Ernennung eines Blog-Adminsitrators

Diese Person sorgt bei Openview nicht nur dafür, dass die Artikel pünktlich eintreffen, sondern gibt auch Hilfestellung und verfasst einen wöchentlichen Report. Darin werden neben den am häufigsten gelesenen Beiträgen und deren Autoren auch die Suchbegriffe aufgelistet, die am meisten Leser auf die Seiten gelockt haben.

3. Aufstellung eines Themenplans

Mit einem Themenplan weiß jeder, wann er schreiben muss, und die Themen können aufeinander abgestimmt werden. Bei Openview sind die Mitarbeiter darüber hinaus in fünf Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe ist für einen Themenbereich zuständig und veröffentlicht ihre Beiträge an einem bestimmten Wochentag.

4. Durchführung eines Blogging-Wettbewerbs

Eine Woche lang musste bei Openview jeder Mitarbeiter jeden Tag mindestens einen Beitrag einreichen, um sich zu qualifizieren. Am Ende wurde eine der fünf Blogging-Gruppen nach folgenden Kriterien zum Sieger gekürt: 1. Durchschnittliche Zahl der Beitrage pro Person in einem Team, 2. durchschnittliche Zahl der Pageviews pro Person in einem Team, 3. Bewertung der zehn besten Beiträge durch eine externe Person – das Team mit den meisten Beiträgen unter den Top 10 hat diese Kategorie gewonnen.

Gesamtsieger wurde die Gruppe, die zwei von drei Kategorien gewonnen hatte. Der Effekt bestand nicht nur in der erhöhten Motivation und dem Spaß am Wettbewerb, sondern auch in der Erkenntnis der Teilnehmer, dass es durchaus schaffbar ist, jeden Tag einen Blog-Beitrag zu schreiben.

5. Die Zielgruppe genau treffen

Die Blogger bei Openview sollen beim Schreiben ganz bestimmte Lesergruppen im Blick behalten, die sehr genau definiert sind, und ihnen nützliche Informationen liefern.

6. Suchmaschinenoptimierung

Openview achtet unter anderem auf die Nennung eines wichtigen Suchbegriffs in der Überschrift. Mit einigen wenigen Maßnahmen wurde die Zahl der Zugriffe über Suchmaschinen um 120 Prozent gesteigert.

7. Vermarktungsplan für die Blog-Inhalte erstellen

Das Venture-Capital-Unternehmen versendet wöchentlich einen Newsletter mit den besten Blog-Beiträgen. Jeder Mitarbeiter wird darüber hinaus aufgefordert, seine Beiträge in Netzwerken wie Twitter und Facebook zu vermarkten. Viele von ihnen beteiligen sich darüber hinaus an LinkedIn-Gruppendiskussionen (in Deutschland könnte Xing genutzt werden) und schreiben Kommentare in anderen wichtigen Blogs der Branche, um Besucher („Traffic“) auf die eigenen Seiten zu locken.

Mehr Informationen, warum sich die Einrichtung eines Firmenblogs lohnt, gibt es hier und hier. Einige Beispiele für gute Blogs finden Sie hier. Weitere Tipps für die Umsetzung habe ich hier zusammengestellt.

Haben Sie Erfahrungen mit der Umsetzung eines Firmenblogs oder Fragen dazu? Dann freue ich mich über Ihren Kommentar unter diesem Artikel.

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