Online-Videos sind kein „Unterschichten-TV“

Online-Videos haftet noch immer das unseriöse Image der ersten YouTube-Generation an: zu billig, zu schlecht, nicht repräsentativ genug für ein respektables Unternehmen. Daher bleiben die speziellen Stärken von Videos für die PR häufig ungenutzt.

Der typische Betrachter von Online-Videos ist jedoch längst nicht mehr der Teenager, der nach der Schule im Internet surft, statt Hausaufgaben zu machen. Das Pew Research Center, eine amerikanische Non-Profit-Organisation, hat die Zusammensetzung der Videozuschauer jetzt genauer untersucht und ist dabei zu folgenden Ergebnissen gelangt:

  • Wahr ist, dass jüngere Menschen weiterhin häufiger Online-Videos ansehen als ältere, aber
  • mehr als die Hälfte aller US-Bürger über 50 Jahre (und rund 70 Prozent der Personen in dieser Altersgruppe, die über einen Internetanschluss verfügen) nutzt bereits Online-Videos. Von den 30 bis 49 Jahre alten Amerikanern sind es fast drei Viertel.
  • Rund 75 Prozent aller Amerikaner mit Universitätsausbildung sehen sich Online-Videos an, aber nur 57 Prozent ohne Collegebesuch.
  • Während 78 Prozent der US-Bürger mit einem Haushaltseinkommen über 75.000 Dollar regelmäßig Videos im Internet ansehen (oder sie herunterladen), sind es bei den Haushalten unter 50.000 Dollar nur 46 Prozent.

Die Prozentzahlen liegen in Deutschland vermutlich alle noch unter denen der USA, allerdings werden wie vom Trend her übereinstimmen.

Online-Videos sind also kein klassisches „Unterschichten-TV“, wie Harald Schmidt sagen würde, und auch kein Schülerfernsehen. Unternehmen können gebildete, gut verdienende Menschen mit Online-Videos sehr gut erreichen und dieses Instrument auch im b2b-Bereich problemlos einsetzen.

Sinnvoll auch für kleine Budgets

Allerdings sollten sie ihre Zielgruppen nicht mit standardisierten, austauschbaren Unternehmenspräsentationen langweilen, wie sie zurzeit von vielen Produktionsfirmen angeboten werden. Es gibt zwei bessere Alternativen:

  • Wer Geld hat, heuert eine kreative Multimedia-Agentur an und produziert strategisch gut durchdachte Werbe-Videos.
  • Bei überschaubarem Marketing-Budget können kreative Köpfe im Unternehmen den Job auch selbst machen. Keine Angst vor Abstrichen bei der Produktionsqualität: Das Internet belohnt gute Inhalte und verlangt nicht nach Hochglanzproduktionen.

Die Nutzungszahlen werden in Zukunft weiter zunehmen, die erwarteten Qualitätsstandards allerdings auch. Die beste Zeit für den Einstieg in das Thema ist daher: jetzt.

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