Kommunikation braucht eine Maus

Das Kommunikationsverhalten der meisten Menschen ändert sich rasant. Jahrzehnte lang haben wir einfach das konsumiert, was uns das Fernsehen, die Zeitungen oder die Unternehmen mit einer großen PR-Abteilung vorsetzten. Es war die 70 Jahre dauernde Ära der Massenmedien.

Mittlerweile ist jedoch klar, dass Menschen nicht nur gerne Medien konsumieren, sondern dass sie sich auch selbst ausdrücken möchten. Wer ihnen diese Chance gibt, ist massiv im Vorteil.

Der Berater und Autor Clay Shirky erzählt in diesem Video eine kurze Geschichte: Ein Freund sah sich mit seiner vierjährigen Tochter eine DVD an. Mitten im Film hüpfte sie vom Sofa und begann, an den Kabeln des DVD-Players herumzuzupfen. Der Freund fragte: „Hey, was machst Du da?“ Die Antwort: „Ich suche nach der Maus!“

Die Moral der Geschichte ist einfach: Medien, die sich an Dich richten, ohne Dich mit einzubeziehen, sind es eventuell nicht wert, dass Du lange für sie stillsitzt.

Das Marketing muss die Ressourcen umschichten

Nicht nur für Vierjährige wird es immer selbstverständlicher, dass ein Bildschirm mit einer Maus verbundenen ist. Auch die meisten Erwachsenen erwarten inzwischen, dass sie mitreden und mitgestalten können. In Shirkys Worten: „We are looking for the mouse.“

Für die Unternehmenskommunikation bedeutet das: Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir die Maus mit anbieten. Eine Umverteilung der Marketing-Ressourcen ist gefordert – weg von hohen Produktionskosten für traditionelle Werbe-Statussymbole (große Anzeigen, Hochglanzbroschüren, pompöse Videos), hin zur Finanzierung von guten Ideen und Interaktion mit den Kunden.

Beispiele dafür finden Sie hier (interaktive Videos), hier (Firmenblogs) oder auch hier (Social-Media-Strategien).

Es gibt selbstverständlich viele, viele weitere Möglichkeiten. Zwei Charakteristiken haben sie fast alle gemein: Erstens kosten sie mehr Zeit als Geld. Und zweitens erfordern sie den Einsatz von realen Menschen, die auch als solche greifbar sind. Das erfordert etwas Mut. Aber es macht auch viel mehr Spaß.

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One Response to Kommunikation braucht eine Maus

  1. tom j. 17. März 2010 at 10:47 #

    Volle Zustimmung. Die Beispiele haben mir sehr gut gefallen.

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