Spammer entdecken die Vorteile der Post

Elektronische Kommunikation hat gegenüber der traditionellen Briefpost zahlreiche Vorteile, die nicht mehr näher erläutert werden müssen. Allerdings hat auch die alte Snail Mail noch ihre Vorzüge. Nicht zuletzt diesen: Dadurch, dass sie mit höheren Kosten verbunden ist, wird auch der Inhalt tendenziell als werthaltiger wahrgenommen.

Grundsätzlich besteht zwar kein Zusammenhang zwischen dem Medium und dem Wert der enthaltenen Informationen, aber der psychologische Effekt ist (wie immer): Wenn es teurer ist, muss es wohl auch werthaltiger sein.

Seth Godin formuliert es so: „Friction saves the medium“, also „Reibung rettet das Medium“. Je aufwändiger es ist, den Vertriebsweg einzusetzen, desto weniger Müll wird damit transportiert werden (allerdings teile ich nicht Godins Auffassung, dass E-Mail sterben wird; es wird höchstens neue Anwendungen mit mehr Funktionen und besseren Spamfiltern geben).

Kontaktdaten aus der Domain-Registrierung

Die Vorteile des Holzbriefs bleiben auch der Spam-Branche nicht verborgen. Aus den USA wird nun berichtet, dass die ersten Spammer den Weg zurück vom Internet zur Direktpost gesucht haben, um deren Vorzüge zu nutzen.

James Thoenes berichtet via Google Buzz, dass er gestern gleich zwei Fälle von Domain Name Spam in seinem realen Briefkasten gefunden hat. Die eine Firma wollte ihm eine völlig überteuerte Verlängerung der Domain-Registrierung verkaufen, die andere eine vollkommen nutzlose Eintragung in 25 Internetverzeichnisse.

Es ist wohl auch nur eine Frage der Zeit, bis die berüchtigte „Nigeria Connection“ den traditionellen Postversand für sich entdeckt. Obwohl deren Mails jeglicher Seriosität entbehren, blüht offenbar das Geschäft. In gedruckter Form würden vermutlich noch mehr Leute darauf hereinfallen.

Die ersten Anzeichen von crossmedialem Spam sollten aber niemanden davon abhalten, die alte Briefpost für PR und Werbung einzusetzen, wenn sie ihre Vorteile ausspielen kann. Dies ist hauptsächlich dann der Fall, wenn eine überschaubare Zielgruppe mit besonderen Informationen versorgt werden soll. Der Gebrauch von Briefmarken ist dabei – wie Seth Godin formuliert – „unterbewertet“.

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