Intelligente Werbung 2.0

Zwei Versuche, neue Formen der Werbung zu kreieren, haben in den vergangenen Wochen von sich reden gemacht. Der eine war wirklich innovativ und hat mich sofort überzeugt. Der andere strotzt vor Phantasielosigkeit und veralteten Denkmustern. Wer nicht den kompletten Blog-Eintrag lesen möchte, sollte zumindest die beiden Videos unten ansehen – es lohnt sich.

Schlechte Idee

Zuerst das Negativ-Beispiel: Der Spiegel hat seiner gedruckten Ausgabe in der letzten Woche erstmals Displays beigefügt, auf denen Werbung in Bewegtbildern abgespielt wird. Dieser teure Versuch, ein totes (Werbe-)Medium mit einem halbtoten Medium am Leben zu halten, kann als Zeichen von Verzweiflung gewertet werden.

Es besteht kein Zweifel mehr, dass bedrucktes Papier in Zukunft nur noch ein Nischendasein führen wird, weil herkömmliche Print-Anzeigen für Werbetreibende vergleichsweise unattraktiv sind. Darüber hinaus wird in wenigen Jahren niemand mehr auf die Vorteile des elektronischen Papiers und der Tablet PCs verzichten wollen.

Gleichzeitig wird auch das stumpfe Einbahnstraßen-Fernsehen samt der noch stumpferen TV-Werbung drastisch an Bedeutung verlieren. Schon jetzt verbringen viele Jugendliche deutlich mehr Zeit am PC als vor dem Fernseher.

Die Zukunft der Werbung liegt also mit Sicherheit nicht in dem Versuch, TV-Spots in gedruckte Magazine zu pressen. Das braucht wirklich kein Mensch. Das Beifügen der Displays ist unrentabel, umweltfeindlich und wirkt medienbrüchig.

Erst wenn das elektronische Papier und Tablet PCs marktreif sind, wird es eine sinnvolle Verschmelzung von Zeitschrift und Video geben – dann allerdings für die kompletten Magazininhalte, nicht nur für die Werbung.

Gute Idee

Die Zukunft liegt in interaktiven, unterhaltsamen, informativen Werbespots, die gleichzeitig Kompetenz vermitteln und Vertrauen erwecken. Wie das geht, zeigt besonders eindrucksvoll das Softwarehaus Eloqua.

Unbedingt ansehen und mitmachen:

http://illuminate.eloqua.com/?jvsrc=proofe200812elqwebsiteb2 (Nachtrag 27.09.2011: Eloqua scheint dieses interaktive Video nicht mehr zu nutzen. Sehr schade, denn die neueren Sachen sind nicht so gut).

Das ist Werbung, die nicht wie Werbung daherkommt. Sie informiert auf äußerst unterhaltsame Weise über ein Produkt und gibt dem Betrachter auch noch das Gefühl, individuell angesprochen zu werden.

Ein weiteres Beispiel dieser Art – noch etwas unkonventioneller – kommt von der Werbeagentur BooneOakley:

In Zukunft werden wir viel Werbung im Stil des Eloqua-Videos sehen, wenn auch nicht immer so hochwertig. Die VW-Werbung im „Spiegel“ wird dagegen wahrscheinlich als Kuriosum in die Werbegeschichte eingehen, auch wenn noch einige weitere Versuche mit dieser Werbeform folgen sollten.

Übrigens: Wer schon einmal ausgiebig über die offizielle Philosophie, Vision oder Mission seines Unternehmens gegrübelt hat, findet vielleicht die bildlich dargestellte „Agency Vision“ der Agentur BooneOakley erfrischend. Falls Sie dort nicht schon über das oben eingebettete Video gelandet sind, klicken Sie hier.

(via Jeff Sexton)

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Trackbacks/Pingbacks

  1. Kommunikation braucht eine Maus | Kölling Medien-Service - 16. März 2010

    […] dafür finden Sie hier (interaktive Videos), hier (Firmenblogs) oder auch hier […]

  2. Online-Videos verändern Public Relations | Kölling Medien-Service - 18. September 2010

    […] Phase noch immens. (Zwei schöne Beispiele für interaktive Unternehmensvideos gibt es auch hier) Lesezeichen […]

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