Nur noch wenige Schritte bis zur elektronischen Broschüre

Im Bereich der E-Books, E-Magazine und E-Broschüren wird es jetzt spannend. Bisher hatte sich diese Medienform hauptsächlich darauf beschränkt, Inhalte genauso darzustellen wie auf Papier. Das Ganze bot dann nur zwei überschaubare Mehrwerte: mehr Lesematerial auf weniger Raum (Gewichts- und Platzersparnis unterwegs) und sofortige Verfügbarkeit nach dem Herunterladen.

Wenn die nun bereitstehenden technischen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, kann eine gute e-Publikation in naher Zukunft aber so aussehen, wie der US-Konzern Time Warner es jetzt vorgemacht hat. Als Pilotprojekt soll dessen Zeitschrift „Sports Illustrated“ spätestens Mitte nächsten Jahres in animierter Form verfügbar sein. Wie das aussehen wird, zeigt folgendes Video:

Die Vorteile gegenüber einer gedruckten Zeitschrift erschließen sich auf den ersten Blick. Gleichzeitig wird deutlich, was Unternehmen aus ihren verstaubten Broschüren machen können, wenn sie diese Technologien ebenfalls einsetzen.

Voraussetzung ist natürlich, dass die Zielgruppe über entsprechende Lesegeräte verfügt. Aber dieses Problem wird sich in den kommenden Jahren von selbst erledigen, denn die Entwicklung ist unaufhaltsam und die Vorteile der E-Publikationen sind für die Leser enorm.

Schon jetzt stellt die rapide Verbreitung des iPhone den ersten Schritt zur Durchdringung des Marktes mit elektronischen Lesegeräten dar. In Japan wurde laut „Do-It-Yourself-Guide to Publishers“ (Nachtrag 21.08.2010: Der Beitrag ist leider jetzt nicht mehr auffindbar) aus einem Handy-Roman schon der erste Bestseller. Im Internet-Shop für iPhone-Anwendungen wurden im September 2009 erstmals mehr neue E-Bücher angeboten als Spiele (berichtet Flurry).

Amazon: Jedes dritte verkaufte Buch ist ein E-Book

Aber auch das Lesegerät „Kindle“ von Amazon ist ausgesprochen erfolgreich, obwohl es bis jetzt nicht viel mehr als ein lesefreundliches Display mit Datenspeicher darstellt. Gegenüber der New York Times sagte Amazon-Chef Jeff Bezos, dass die Zahl der verfügbaren E-Books bei Amazon seit dem Start des Kindle vor zwei Jahren von 90.000 auf 350.000 erhöht wurde. Im Durchschnitt werden laut Bezos von diesen Titeln schon fast halb so viele als E-Book verkauft wie als Papierausgabe.

Für E-Publikationen im Stile der oben gezeigten „Sports Illustrated“ muss das Lesegerät etwas computerähnlicher sein als ein heutiger „Kindle“ – die Rede ist dann meist von einem „Tablet PC“, also einem flachen PC, den man bequem auf dem Schoß oder auf dem Kaffeetisch bedienen kann. Apple und andere Unternehmen arbeiten mit Hochdruck an solchen Produkten.

Wie dann einer der nächsten Schritte aussehen kann, hat neulich bereits das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz aufgezeigt.

Für Unternehmen ist es nun an der Zeit, sich mit den Chancen der neuen Publikationsformen auseinanderzusetzen. Elektronische Broschüren und E-Kundenmagazine bieten vielfältige Möglichkeiten zur Kundenbindung und –gewinnung.

Nachtrag 26.12.2009

Zwei weitere interessante Demo-Videos zum Thema Tablet PC:

Das schwedische Unternehmen Bonnier hat sehenswerte Ideen für elektronische Zeitschriften entwickelt:

Mag+ from Bonnier on Vimeo.

Gizmodo zeigt unterdessen, was Microsoft sich an Funktionalitäten für sein Endgerät „Courier“ vorstellt. Das Spannende daran sind die Visionen zum Einsatz des Tablet PC als elektronischer Notizblock, in dem handschriftliche Vermerke und elektronische Inhalte bequem miteinander verknüpft werden können.

Nachtrag 03.03.2010

Hier zeigt der Verlag Penguin, was er mit dem iPad vorhat. Vorgestellt werden Beispiele für Kinderbücher, Sachbücher und Reiseführer sowie eine Community für Vampir-Freunde und eine Anwendung zur Erkennung von Sternbildern.

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