PR-Tipps vom „brand eins“-Redakteur

Einige einfache Grundsätze der Pressearbeit werden offenbar immer noch häufig mit Füßen getreten, und zwar auch von Kommunikationsprofis – bzw. von Leuten, die fürs Kommunizieren bezahlt werden. Wie man es schafft, einen Redakteur auf die Palme zu bringen und die Wahrscheinlichkeit einer Veröffentlichung auf Null herunterzufahren, kann in diesem Artikel (Nachtrag 04/2012: Artikel nicht mehr auffindbar) noch einmal nachgelesen werden.

Dort erläutert Jens Bergmann, geschäftsführender Redakteur des Wirtschaftsmagazins „brand eins“, im Interview mit dem Branchen-Newsletter „PR-Professional“, was ihn nervt.

Ganz oben auf der Liste:

  • Themenangebote, die gar nicht zur Publikation passen
  • Themenangebote und Pressemitteilungen, die mit der „Schrotschussstrategie“ in die Welt geballert werden
  • Kommunikationsabteilungen, die keine Auskünfte geben können oder dürfen
  • Telefonisches „Nachfassen“ nach dem Versand einer Pressemitteilung
  • Redaktionsbesuche von PR-Leuten mit ihren Kunden

Diese fünf Punkte können verallgemeinert werden und sollten bei allen Redaktionskontakten berücksichtigt werden.

Nicht verallgemeinern lässt sich Bergmanns generelle Ablehnung von Pressemitteilungen, weil sie hauptsächlich auf der Erscheinungs- und Arbeitsweise von „brand eins“ basiert. Andere Redaktionen greifen weiterhin gerne auf Pressemitteilungen zurück, was auch keine Schande ist, denn sie sind grundsätzlich legitime Informationsquellen. Besonders dann, wenn sie besser geschrieben und gewissenhafter recherchiert sind als viele Texte, die von kümmerlich bezahlten freien Mitarbeitern der Zeitungen und Presseagenturen abgeliefert werden.

So geht’s richtig

Bleibt noch die Frage, was Unternehmen aus dem Positiv-Beispiel lernen können, das Jens Bergmann nennt. Nicht jeder hat ein leicht verständliches Produkt mit Kuriositätsfaktor (Schweizer Käse), einen Ex-Topmanager als leidenschaftlichen Firmenretter und einen Fan, der – an Stelle der „bösen“ PR-Leute – die Redaktionen kontaktiert.

Die Lehre ist, dass Redakteure „Geschichten“ suchen. Wer das beste, billigste oder erste Produkt in seinem speziellen Markt anbietet, schafft es zwar wahrscheinlich alleine aufgrund dieser Tatsache noch in die entsprechenden Fachzeitschriften. Wer aber die großen Massenblätter erreichen möchte (solange es sie noch gibt), muss unbedingt mit einer guten Story aufwarten können, die auch den Nicht-Fachmann zum Lesen – bzw. Schreiben – reizt.

Diese Geschichten liegen selten völlig offensichtlich auf der Hand. Auch wenn sie es tun, braucht es oft einen Außenstehenden, um sie zu erkennen, weil für die Beteiligten alles „ganz normal“ ist. Ein weiteres Hemmnis: Viele Unternehmer scheuen sich, die rein fachliche Ebene zu verlassen und auch als Menschen erkennbar zu werden, weil sie fürchten, das könne unprofessionell wirken. Wer deshalb lieber konturlos bleibt, fällt jedoch nicht auf – und für die meisten Unternehmen ist das eine schlechte Strategie.

Fazit: Machen Sie sich auf die Suche nach den „Geschichten“ in Ihrem Unternehmen. Und vermeiden Sie Bergmanns „Top 5“ der PR-Fehler.

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Trackbacks/Pingbacks

  1. Gute PR aus Sicht eines Abendblatt-Redakteurs | Kölling Medien-Service - 23. November 2009

    […] Wer bis hierher gelesen hat, interessiert sich vielleicht auch für die PR-Tipps vom Brandeins-Redakteur. […]

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