Die Zukunft des Web 2.0 für Unternehmen

Die erfolgreichen Blogger Darren Rowse und Brian Clark stellten sich kürzlich im Rahmen eines Webinars der Frage, wie die Zukunft der „Social Media“ aussehen wird. Dabei richteten sie sich besonders an Unternehmen, die von den neuen Möglichkeiten profitieren möchten.

Laut Rowse, der verschiedene Portale betreibt und Unternehmen berät, ist es am wichtigsten, mit der Website eine klar definierte Nische zu besetzen. Diese Empfehlung lässt sich auch von Unternehmen umsetzen, die breit aufgestellt sind. In diesem Fall können verschiedene Plattformen zu unterschiedlichen Themen geschaffen werden, unter Umständen auch temporär und anlassbezogen.

Zuhören und Probleme lösen

Der zweite Punkt, der nach Meinung von Darren Rowse in Zukunft immer wichtiger wird: Wer Aufmerksamkeit erhalten möchte, muss helfen, Probleme zu lösen. Jede Zielgruppe stehe vor Herausforderungen, die gemeistert werden wollen. Wer ihr dabei hilft, könne sich des Zuspruchs sicher sein.

Brian Clark vom populären Dienst „Copyblogger“ hält die Fähigkeit zum Beobachten für die wichtigste Voraussetzung im Web 2.0. Dies ist besonders für Unternehmen schwierig, denn im hektischen Tagesgeschäft nimmt sich kaum jemand die Zeit, stundenlang zu lesen und zuzuhören. Dennoch ist dies enorm wichtig, um Strömungen zu erkennen und sich positiv in die „Communities“ einzubringen.

Darüber hinaus hilft aufmerksames Beobachten dabei, frühzeitig mit einem Thema online zu sein. Sobald die Suchmaschinen- und Twitterwelle zu diesem Thema anrollt, ist man ganz vorne dabei und wird öfter gefunden. Nicht zuletzt ist es aber auch wichtig, die Bewegungen der eigenen Branche im Web 2.0 zu verfolgen – sofern sie denn schon in nennenswertem Umfang vertreten ist.

Täglich wächst die Konkurrenz

Der wichtigste Grundsatz des Web 2.0 bleibt natürlich weiterhin der Dialog mit den Menschen: „Find a way of connecting with people“, rät Darren Rowse. Schon jetzt sei es hilfreich – allerdings nicht zwingend erforderlich – Texte mit Video- oder Audio-Inhalten zu ergänzen. Dieser Trend werde sich verstärken. „Videos erreichen eine andere Zielgruppe, und sie geben der Website ein Gesicht“, so Rowse. Letzteres funktioniert natürlich nur, wenn im Video tatsächlich Vertreter des Unternehmens zu sehen sind und keine blassen, austauschbaren Werbegestalten.

Die beiden Internetpioniere raten Unternehmen dazu, zügig ins Web 2.0 einzusteigen und nicht weiter zu zögern. Zurzeit gebe es die Möglichkeit, Inhalte zu veröffentlichen, ohne sich damit an Redaktionen und Verlage wenden zu müssen. Bald würden jedoch die „alten Medien“ verstärkt auf den Zug aufspringen und versuchen, auch im Internet eine dominante Rolle zu spielen. Die Konkurrenz um Aufmerksamkeit wird jeden Tag größer.

Unternehmen müssen ein Profil entwickeln

Dass Social Media in Zukunft ein zentraler Bestandteil der Unternehmenskommunikation sein werden, sieht man laut Darren Rowse schon jetzt am Beispiel des Computeranbieters Dell. Der habe bereits 30 bis 40 Mitarbeiter bei Twitter registriert, um den Kundenservice zu verbessern und Probleme in der Außendarstellung zu erkennen, bevor sie außer Kontrolle geraten.

Die gesamte Social-Media-Strategie eines Unternehmens sollte nach Meinung der beiden Experten so aufgebaut sein, dass eine fortlaufende „Geschichte“ erzählt wird. Das heißt, das Unternehmen sollte ein Profil entwickeln und darstellen, wo es herkommt und wo es noch hin möchte. Denn im Web 2.0 sind Pressemitteilungen und die traditionelle, unnatürliche Werbe-Prosa schon jetzt verpönt.

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  1. Google-Ranking: Soziale Netzwerke gewinnen an Bedeutung | Kölling Medien-Service - 24. Mai 2010

    […] gibt viele gute Gründe für Unternehmen, sich in sozialen Netzwerken wie Twitter und YouTube zu engagieren. Ein […]

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