„Social Media“-Verbot im Stadion

Die Verbreitung der „Sozialen Medien“ bringt immer neue Probleme für die herkömmlichen Medien mit sich – und für deren Geschäftspartner. In den USA gibt es nun erstmals einen Versuch, die Nutzung von Twitter, Facebook, YouTube & Co. in Sportarenen zu verbieten.

Der Grund: Die Teams verdienen sehr, sehr viel Geld mit dem Verkauf von exklusiven TV-Rechten. Durch die Zunahme der privaten „Berichterstattung“ sehen sie diese Einnahmequelle in Gefahr, denn mit fortschreitenden technologischen Möglichkeiten wird es in Zukunft wohl nicht mehr schwierig sein, Live-Bilder in passabler Qualität auf einer Website zu veröffentlichen. Schon jetzt tauchen von den meisten größeren Sportereignissen Video-Sequenzen auf YouTube auf. Auch private „Live-Ticker“ via Twitter sind keine Seltenheit.

Eingreifen will nun das Management der Southeastern Conference, einer der größten College-Football-Ligen in den USA. Das Filmen und Fotografieren mit dem Handy soll im Stadion ebenso verboten werden wie die Veröffentlichung von Spielereignissen auf Twitter.

Dieses Vorhaben stößt allerdings nicht auf ungeteilte Zustimmung. Zum einen stellen Beobachter die Frage, wie dieses Verbot kontrolliert werden soll. Zum anderen wird aber auch die Meinung vertreten, dass sich die Liga mit einer solchen Regelung ins eigene Fleisch schneiden würde. Die Besucher (Kunden), die voller Begeisterung aus dem Stadion berichten, seien die besten Botschafter und Fürsprecher des Produkts. Diese Leute zum Schweigen zu bringen, sei völlig unsinnig, meint beispielsweise Joel Warady.

Die Diskussion wird irgendwann auch in Deutschland ankommen. Wird man dann vor dem Weserstadion sein Handy abgeben müssen? Werden Störsignale gesendet? Oder werden Vereine wie Werder Bremen die Möglichkeit ergreifen, dieses Phänomen und die Social Media für sich zu nutzen und ihre Marke zu stärken? Die Erfahrungen aus den USA werden hier sicherlich beobachtet werden.

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